vom 14. August bis 26. August 1997


Mit einem "Großen Bahnhof" wurde unsere Jugendkapelle und ihre Begleiter von ihren Eltern bzw. Angehörigen im Schulhof empfangen. Etwas müde von dem langen Rückflug aus Chicago und der Busfahrt aus München hierher, konnten die Reiseteilnehmer bei Getränken und Grillwürsten ihre ersten Reiseeindrücke schildern. Ein gemeinsames Abendessen im Gasthaus Kreuz beendete diese wunderbare Tour, während deren Dauer unsere Jugendkapelle und die "Kirchheimer Spitzbuben" mit ihrer hervorragender Musik die große Zahl ihrer Zuhörer begeisterte und in ihren Bann zog.
Als Mitorganisator dieser Reise bedanke ich mich bei allen Teilnehmern für die gute Disziplin und das mir entgegengebrachte Vertrauen; bei Bernd Weber, Thomas Botschek und allen Musikanten für den reibungslosen Ablauf der Auftritte und bei den Begleiterinnen für die Betreuung unserer Jungmusiker.
Für die Gesamtorganisation, die wunderbare Reiseleitung und Betreuung unserer Fuß-kranken ein besonderes Dankeschön an Horst W. Stabenow, sowie Herrn Ernst Ott vom DANK-Chicago für die Vorbereitung dieser Reise.
Im Namen der Jugendkapelle Kirchheim bedanke ich mich bei folgenden Personen und Institutionen, die durch ihre Unterstützung, Spenden und Zuschüsse dazu beigetragen haben, daß diese Konzertreise für unsere Jungmusiker so kostengünstig und erfolgreich durchgeführt werden konnte:
Deutsche Bläserjugend Bonn, Bläserjugend Baden-Württemberg Kürnbach, Landrats-amt des Ostalbkreises, Gemeinde Kirchheim am Ries.
Für den Transport von Personen und Instrumenten Herrn Manfred Oßwald, Kurt Joas und Jörg Fischer. Für die großzügigen Spenden bedanken wir uns bei allen Betrieben und Unternehmen, die in diesem Heft mit ihrem Logo abgedruckt sind.
Für die zahlreichen Spenden während unseres Abschiedsfestes im Bretzgenhof ebenso ein herzliches Danke.
Ich würde mich freuen, wenn alle Reiseteilnehmer die Reise nach Chicago und Fort Wayne noch lange in bester Erinnerung behalten und auch in einigen Jahren noch sehr gerne daran zurückdenken.
Erwin Hertle
1. Vorsitzender
"The Windy City", Heimat der Hochhäuser und Ex - Heimat von Al Capone, prächtig gelegen am Ufer des Michigan - Sees, ist die zweite Stadt in Hinsicht auf die Einwohner-zahl (8 Millionen), aber die erste in den meisten anderen Dingen. Hochhäuser waren das Erzeugnis der „Chicago School of Architecture“ und in Chicago stehen die Hochhäuser, die den Himmel berühren (dort stehen z.B.: das 2., 4. und 5.größte Gebäude der Welt).
Die Skyline am Ufer wird durch die immer größer werdenden Baudenkmäler geschmückt, die die großen Unternehmen für sich selbst bauten, während hinter der eindrucksvollen Fassade die Stadt sich weit über die Prärie durch anscheinend endlose Vororte und industriellen Zentren ausbreitet. Aber Chicago ist alles andere als eine Handels- und Industriestadt.
An der Uferseite befindet sich der „Grant Park“ (dort befindet sich auch der größte Springbrunnen der USA: Buckingham Memorial Fountain, besser bekannt unter dem Namen Al Bundy - Brunnen), ein herrlicher offener Platz, wo die Stadtbewohner spazie-rengehen, joggen und sich entspannen können, während der See selber einen großartigen Platz für alle Wassersportarten schafft und einen wunderbaren Rahmen für die Stadt bildet.
Heute wie damals war der den Platz den die zwei Franzosen Pere Marquette und Louis Jolliet 1674 entdeckten sehr wichtig. Damals war dort über Jahrhunderte hinweg ein Indianerstützpunkt, der benutzt wurde um ihre Kanus vom „Illinois River“ zum „Mi-chigan See“ zu transportieren. Sie nannten ihren Stützpunkt „Chicagou“, weil es dort so viele wilden Zwiebeln gab nach denen es roch. Heute ist Chicago die wichtigste Handels- und Industriestadt mit dem Zentrum der Fleischverarbeitung. Dort steht heutzutage das 2., 4. und 5.größte Gebäude der Welt, der größte Flughafen der Welt, der größte Hafen der „Großen Seen“, und dort befindet sich der wichtigste Eisenbahnknotenpunkt der USA. Es fing alles damit an, daß die Indianer immer weiter nach Westen getrieben wurden, und daß an Stelle des Indianerstützpunktes 1803 das Fort Dearborn gebaut wurde. Um das Fort herum siedelten sich immer mehr Menschen an und 1833 erhielt Chicago dank der verkehrsgünstigen Lage eine städtische Verfassung. 1837 bekam Chicago gar Stadt-rechte und wurde zur "City". Dank der Weiterentwicklung der Schiffahrt und des Anschlusses an das Eisenbahnnetz wurde Chicago im Bürgerkrieg eine nicht wegzuden-kende Zentrale für Getreide und Fleisch, welche immer mehr an Wichtigkeit und Größe gewann. Auch der Großbrand 1871 konnte diese Entwicklung nicht aufhalten. Obwohl das drei Tage andauernde Feuer mehr als die Hälfte der Stadt vernichtete, hatte Chicago seine alte Bedeutung schon 1873 wieder erreicht. Die nach dem Großbrand gegründete "Chicago School of Architecture" um die Stadt wieder aufzubauen baute 1884 das erste Hochhaus der Welt. Eine neue Ära begann, immer mehr Hochhäuser und andere architektonische Kunstwerke wurden gebaut.
Der Höhepunkt wurde 1974 erreicht, als der 442m hohe Sears Tower gebaut wurde der bis vor zwei Jahren das höchste Gebäude der Welt war. Die folgenden Zahlen zeigen noch mal deutlich den rasanten Wachstum der Stadt: Wenn man die Vororte mitrechnet und die Einwohner des Ballungsgebiets Chicago zählt kommt man sogar auf 8,1 Mio. Menschen (2.größte Stadt der USA nach New York mit 8,5 Mio. Einwohner im Stadtgebiet und 18,1 Mio. Einwohner im Ballungsgebiet). Und Chicago wächst weiter, denn es ist eine sehr junge Stadt (New York zum Vergleich erhielt 1653 Stadtrechte, Chicago erst 1837). Wer weiß, vielleicht wird Chicago ja doch noch endgültig zur 1. Stadt in Hinsicht auf die Einwohnerzahl.

Übersicht der Reise auf der Karte:
Chicago – Frankfort – St. Joseph – Kalamazoo – Battle Creek – Fort Wayne - Chicago
| Erwin Hertle | als Präsi |
| Carmen Hertle | als Kameramann (frau !) |
| Thomas Botschek | als Boddy / Mike Krüger |
| Dagmar Botschek | als fetzige Blondine |
| Marco Diemer | als Hightower |
| Christine Stadler | als „Marco I love you“ |
| Eberhard Geiger | als Ebe / Stimmmungsbombe |
| Martin Dittmer | als Invalide 1 |
| Bernd Weber | als Kondaktr ( engl. conductor = Dirigent ) |
| Ehrenfried Schütz | als Kabarettist |
| Wendelin Dauser | als Starfotograf / Trompeterschmuggler |
| Sebastian Haag | als „Ich und mein Pferd“ / Playboy |
| Helga Rechtenbacher | als „bei mir isch‘s Raucherzimmer“ |
| Martina Rechtenbacher | als Schlager – Fan |
| Martina Grimm | als „Liebeskummeropfer“ |
| Nadine Strobel | als anonyme Postkartenschreiberin |
| Monika Bihr | als Moni ( gell Ebe!!! ) |
| Karin Schuster | als „Regnets bei dir auch in die Nase“ |
| Marion Oßwald | als Lady Marian |
| Verena Schuster | als „Jaaa“ |
| Silvia Grimm | als „Stille Wasser sind tief“ |
| Nicole Strobel | als Glücksfee |
| Nadine Essig | als Piggled Gherkin |
| Eva Bauer | als Eve without Adam (? or with ?) |
| Anika Oßwald | als anonyme Brillenträgerin |
| Bettina Schulze | als Town Mattress |
| Evelin Schurrer | als Evelin Schurrer |
| Andrea Strobel | als (Frucht)Zwerg |
| Barbara Jungbauer | als Pepsi |
| Sonja Severing | als Flickenhosenträgerin |
| Tobias Stadler | als Stasn [steï:zn]/ Meister der englischen Sprache |
| Bernd Essig | als „Koffer, bisch du’s?“ / Korre |
| Carsten Reißer | als Waschbeckenklemptner ( Luigi ) |
| Joachim Bihr | als Invalide 2 |
| Felix Haag | als Toilettenüberschwemmer 1 |
| Stefan Baumgärtner | als Toilettenüberschwemmer 2 ( bzw. Baum ) |
| Tobias Reißer | als nächtlicher Telefonterrorist |
| Thorsten Reißer | als „Nur der Thorsten, der hat Borsten“ |
| Ulrich Bihr | als Man in Black |
| Benjamin Köhnlein | als „Papa`s Bester“ |
| Tobias Wohlfrom | als Steven Spielberg |
| Stefan Ebner | als „Oh du Saaaauu“ Zitat Ende |
| Horst W. Stabenow ( freiwilliger Reiseführer ) | als Mann für Alles |
| Ernst Ott ( Präsident des dt.–amerik.Nationalkonkreß ) | als super Gastgeber |
| George Böhm ( Vorstand des Schwabenvereins ) | als Spaßfest – Fan |
| Otto Werner ( Reiseleiter ) | als Opa / „Otto find ich gut“ |
| David G. Holtz ( Busfahrer ) | als „Oh Gott, David!!“ |
| Firefighter Paul | als die süßeste Versuchung seit es verheiratete Männer gibt |
| The Pilot | als Zocker |

Am Donnerstag trafen wir uns schon um 3.45 Uhr am Vereinsraum zur Abfahrt mit dem Bus. Während die einen schon wieder dabei waren, ihren nötigen Schlaf fortzusetzen, genoß ein anderer noch sein mitgebrachtes „Frühstück“ (Zitat: „Mei letschts Woiza muaß i doch no genießa!“). Nach gut zwei Stunden Fahrt kamen wir am Münchner Flughafen an, wo wir nach dem Einchecken noch ein weiteres Frühstück im Flughafencafe zu uns nehmen konnten. Um 8.20 Uhr ging dann endlich unser Flieger los. Dies war schon für die meisten von uns das Ereignis überhaupt, und man konnte dabei auch so manchen ängstlichen Blick in den verschiedenen Gesichtern erkennen. Eine halbe Stunde später kamen wir in Zürich an, wo wir wiederum über eine Stunde bis zum Abflug nach Chicago warten mußten. Auf der 7135 km langen Strecke wurden wir mit „Fertigpampe" verköstigt.
Eine Stunde vor der Landung meinte Korre: „Oh Mann, wenn mr jetzt en ra Stond landat, müssa mr wiedr Mittagessa. Ds 3. Mol für heit!“ Nach fast 9 Stunden Flug landeten wir dann am O`Hare - Airport in Chicago. Als wir an einem Schalter unseren Visumantrag abgeben mußten, wurde der eine oder andere von uns mit den 1. amerikanischen Sätzen konfrontiert. Die meisten kamen damit ganz gut zurecht, doch als Carsten R. aus K. an der Reihe war und er die gute Frau am Schalter nach dem 3. Mal immer noch nicht verstand, erklärte er ihr laut und deutlich: „I HATE ENGLISH !!“ , worauf diese schmunzelte und sich mit einem wissenden Blick zurückzog. Dann ging es weiter zur Gepäckannahme. Nachdem alle schon längst ihre Koffer hatten, suchte Bernd E. seinen immer noch, bis Eberhard ihn dann auf dem Wagen irgendwelcher fremden Leute entdeckte. Das „Mißverständnis“ konnte gleich aufgeklärt werden und wir konnten nun endlich mit dem Bus zum Schwabenclub fahren, wo wir unsere Instrumente ausluden. Danach ging´s zum Hotel und für den restlichen Abend hatten wir vollends Zeit für eigene Erkundungen.
Die Bootsfahrt
An diesem Freitag standen wir um 6.45 Uhr auf, frühstückten im Hotel und fuh-ren um 8.20 Uhr mit dem Bus zum Sears Tower (ca. 1 Stunde Fahrt). Der Sears Tower ist 443m hoch und somit das zweitgrößte Gebäude der Welt. Bevor wir mit dem Aufzug auf die Aussichtsplatte fuhren, wurde uns ein Film über Chicago gezeigt. Danach hatten wir bis 13.00 Uhr Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel, und dann ging´s auch schon mit einer Schiffahrt auf dem Lake Michigan und Chicago River weiter. Da wir einige Al Bundy-Fans an Bord hatten fuhren wir zum Buckingham Fountain, wo Fotosession angesagt war.
Um 17.30 Uhr kamen wir dann hungrig und ausgelaugt am Schwabenclub an, wo
wir auch gleich mit Bratwurst, Leberkäse, Kartoffelsalat und Kuchen freundlich empfangen wurden. Anschließend hatten wir unseren ersten Auftritt, der vom Publikum mit viel Applaus belohnt wurde. Danach ließen die Spitzbuben den Abend fröhlich und heiter ausklingen. Fix und fertig traten wir um 22.30 Uhr die Rückkehr zum Hotel an.
Spruch des Tages: Martin Dittmer zu Marco Diemer, als dieser sich mit seiner Klarinette einspielte: „Der wo des Inschdrumend erfonda hot, muß oh an schlechda Dag ket haba!“ Marco Diemer zu Martin Dittmer (Schlagzeug): „Bessr wia so a Schiaßbude!“
Um 7 Uhr standen wir auf und frühstückten wieder im Hotel am Frühstücksbüffet: Kaffe, bzw. Orangensaft und Donuts. Um 8.30 Uhr ging’s dann mit dem Bus los in Richtung Chicago-City. Nach 40 Minuten kamen wir am Navy Pier, das ist eine Art Kindervergnügungspark, an, wo wir auch dann den Vormittag verbrachten. Da es sehr heiß war, zogen einige eine Dusche am gegenüberliegenden Brunnen vor. Und so fuhren wir dann gegen 11.30 Uhr, die einen mit triefendnassen T-Shirts, die anderen schweißgebadet, zurück zum Hotel, wo wir eine halbe Stunde Zeit bekamen, um uns zu duschen und die Uniformen anzuziehen. Danach ging’s weiter zum Schwabenclub. Im Bus hörte man plötzlich einen lauten Schrei von Carsten: „Jungrrrr, du hogsch auf meim rechta Arschbaga!“ (Thorsten muss ihm wohl zu dicht auf den Leib gerückt sein). Im Schwabenclub mussten wir 1 ½ Stunden lang spielen, wobei wir mehr Verschnaufpausen machten, um unseren Durst zu löschen, da die Temperaturen bei 42 °C lagen und wir eine Luftfeuchtigkeit von 98% hatten. Als wir von den Spitzbuben abgelöst wurden, hatten wir Freizeit, in der die meisten Karten schrieben; einige aber spielten lieber mit ihren Kuscheltieren, die sie zuvor an der Schießbude gewonnen hatten (gell Benni und Joachim ?!?). Ehrenfried erklärte uns: "I ben dr fortschrittlichste Mensch dr Welt: Auf 'm Kopf hab i meine Solarzella (Glatze), wenn i oba kalt’s Wasser nei dua, dann kommt onda, warm’s wieder raus! Gschickt, gell?"
Um 17.30 Uhr war dann Raubtierfütterung: Es gab Bratkartoffel und Schnitzel mit Blumenkohlgemüse. Eine Stunde später kam dann wieder unser großer Auftritt, den wir mit einem gemeinsamen Einmarsch in das Zelt begannen. Tosender Applaus! Die Leute waren so begeistert, wie wir es in Deutschland gar nicht gewohnt sind. Gegen 19 Uhr tauchten endlich dunkle Wolken am Himmel auf und wenig später regnete es alles runter was nur ging, so dass wir unsere Notentaschen vor einer Überschwemmung in Sicherheit bringen mussten. Wenig später hörten wir auf zu spielen und um 10 Uhr abends fuhren wir dann zum Hotel zurück, wo das Nachtleben noch lange nicht zu Ende war.

Der Tag fing schon einmal gut an. Alles schläft tief und fest und plötzlich geht der Feueralarm los. Die einen hielten es für einen defekten Eiswürfelautomaten (Hightower: „I gang jetzt naus ond steck den bleda Eisautomat aus!“), andere standen fertig gepackt vor dem Hotel und zählten Feuerwehrautos (laut Marion 3 à 4-5 Feuerwehrmänner) und wieder andere ließen sich nicht dazu bewegen, das Bett zu verlassen (Bernd Essig: „Reget aich doch net auf Mädels, gugat mi ao: Be cool and just relaxed!“) und überhörten großzügig das laute Gejaule bis zu guter letzt unser „Präsi“ kam und alles aufklärte. Vom Schreck der Nacht erholt, standen alle um 10.00 Uhr abfahrbereit am Bus, der uns zum Schwabenclub brachte. Auf dem Weg dorthin machte Herr Hertle noch eine Durchsage übers Mikro: „Noch eine kleine Anekdote zum Feueralarm heute Nacht: Ich habe ja gewusst, dass manche tief schlafen, aber dass es welche gibt, die im Sommer einen Winterschlaf machen, das ist mir neu.“ Darauf Carsten: „Helga, Helga, Helga !!“ Trotz regnerischem Wetter marschierten wir in das große Zelt ein und spielten dort unser Programm vor begeistertem Publikum. Nach einer wohlverdienten halben Stunde Pause, in der sich die meisten mit Essen und Halli Galli-Spielen die Zeit vertrieben, gings um 14.30 Uhr 2 Stunden lang weiter. Dann sorgten unsere „Spitzbuben“ für Stimmung, und der eine oder andere traute sich auf die Tanzfläche, die beim „Ententanz“ immer überfüllt war. Sogar Fußkranke (gell Joachim und Martin !!) packte das Tanzfieber. Während man im Zelt nun für Stimmung sorgte, gab es im Haus fast Mord und Totschlag, weil sich ein paar Jungs heftig aber erfolglos an amerikanische Mädels heranmachten. Nachdem unsere Auftritte um ca. 22.00 Uhr nun beendet waren und alle Instrumente und die ganze Ausrüstung im Bus verstaut waren, saßen wir noch in gemütlicher Runde zusammen und Thomas erzählte uns von den „edlen Rittersleut“. Als wir später am Hotel ankamen gingen die meisten todmüde ins Bett oder schauten sich noch Horrorfilme (!!!) an. Eigentlich war es ein recht schöner Tag und dazu fällt uns nur noch ein: „Herrgott nei -- Chicago – geil“.
Wir sind um 6.00 Uhr aufgestanden und haben uns durch Duschen und Frühstücken aufgeweckt. Beim Frühstück erinnerte uns Herr Hertle nochmals daran, die Uniform und schwarze Schuhe für den Auftritt am Abend mitzunehmen. Danach sind wir vom Hotel in das Museum für Industrie und Wissenschaft aufgebrochen, wobei manche im Museum nur die „Kunst“ des Pizzaessens bevorzugten. Gegen Nachmittag fuhren wir dann in die Innenstadt, um diverse Sehenswürdigkeiten zu besichtigen z.B. MC Donald´s, Supermarkt, Hard Rock Café, Planet Hollywood). Gegen 16.00 Uhr fuhren wir dann zum Brauhaus. Herr Hertle machte eine Durchsage im Bus: „Hallo, hört mal alle her: Hat irgendjemand zusätzlich schwarze Schuhe in Größe 42 dabei, die er mir leihen kann?“. Leider konnte ihm nicht geholfen werden.
Im Brauhaus wartete heimische Küche auf uns (Spätzle und Gulasch). Danach musizierten die Jugendkapelle (im Freien; siehe rechts!) und die Spitzbuben (im Brauhaus) gleichzeitig - „Duell der Giganten“. Dabei versuchte jede Band möglichst viele Zuschauer an sich zu ziehen, die Jugendkapelle war dabei der klare Sieger. Danach Rückfahrt ins Hotel. Gegen 1.30 Uhr war dann Schlafenszeit.
Am Dienstag morgen trafen wir uns um wir 7.30 Uhr zum gemeinsamen Frühstück im Hotel. Nach dem Frühstück, um 9.20 Uhr, fuhren wir dann endlich los, weil vier Zimmer verschlafen hatten. Das Ziel war das große Einkaufszentrum „Woodfield Mall“, dort wo wir von 11.00 Uhr bis 14.00 Uhr machen konnten was wir wollten. Viele gingen in den LEVIS - Shop, um dort ihre Wünsche zu erfüllen. Es hat jeder vom Einkaufszentrum etwas herausgebracht. Die Abfahrt ins Hotel war exakt 14.15 Uhr. Im Hotel hatten wir eine halbe Stunde Aufenthalt, um unsere Uniformen zu holen. Um 17.45 Uhr ging die Fahrt nach Frankfort weiter. Um 18.30 Uhr sind wir am Ziel angelangt, um dort, nach einer ausgiebigen typisch deutschen Mahlzeit (Schnitzel mit Spätzle), zu spielen. So gegen 19.30 Uhr fingen wir im Biergarten an zu spielen.
Die Kirchheimer Spitzbuben lösten uns um 20.30 Uhr ab. Die Spitzbuben haben bis 22.45 Uhr gespielt, danach war gemeinsames Beisammensein. So gegen 23.30 Uhr fuhren wir ins Hotel zurück. Auf der Rückfahrt war es ziemlich still, da die meisten tief und fest schliefen.
Heute mußten wir schon um 7.30 Uhr aufstehen, da wir heute unser Hotel in Rolling Meadows verließen. Um 8.00 Uhr gab es Frühstück, und manche, wie unser Eberhard Geiger, hatten bis dahin nicht einmal ihre Koffer gepackt. Um 9.00 Uhr war dann Abfahrt vor dem Hotel. Wir wurden von unserem Busfahrer David zuerst an einen Badestrand am Lake Michigan gefahren, wo einige von uns badeten. Danach fuhren wir nach Indiana, wo wir in einem Buffet-Restaurant speisten. Anschließend fuhren wir in den U.S. Bundesstaat Michigan. Hier besuchten wir das „Cook“-Kernkraftwerk am Lake Michigan. Dort wurde uns die Nutzung der verschiedenen Energieformen in typischen amerikanischen Kitsch vorgeführt. Später wurde uns der Aufbau des Kernkraftwerkes nähergebracht. Danach fuhren wir ein wenig enttäuscht, da wir Homer Simpson nicht trafen, weiter nach St.Joseph in Michigan, wo wir unser Nobelhotel, welches nur 200 Meter vom Strand entfernt lag, bestaunten. Beim Ausladen des Busses krachte der Griff von Bernds Koffer vollends ab. Völlig überrascht darüber zeigte er auf den Koffer und erzählte dem eben herangeeilten Hotelpagen: „Hahaha, gug mol, mei Koffer! Jetzt isch d’Griff voll ganz abkracht.“ Der Hotelpage muss ihn wohl nicht ganz verstanden haben, denn er nahm den Koffer und schleppte ihn ins Hotel.
Dann wurden die Zimmer verteilt: Wir wohnten in Suiten, die aus einem Wohnzimmer mit Farb-TV und einer Couch, einem kleinen Küchenabteil mit Kaffeemaschine und einem Schlafzimmer, ebenfalls mit Farb-TV, bestanden. Am Abend machten wir eine Art Strandfest. Zuerst gab es Probleme, da Martin Dittmer einen Six-Pack Bier mit sich herumtrug. Die Polizei stoppte ihn und machte ihm klar, dass der Genuß von Alkohol in der Öffentlichkeit strafbar sei. Trotz alledem war es ein gelungener Tag, den wir mit Baden, Essen und Trinken und mit Beachvolleyball offiziell ausklingen ließen. Die Älteren von uns trafen sich noch zu einem „Spaßfest“ in Eberhards und Martinas Zimmer von dem keiner so genau weiß, wie lange es ging.
Heute war ausschlafen angesagt, aber dennoch sind einige von uns um 8.00 Uhr zum Schwimmen in den Michigan-See oder zum Jogging entlang der Strandpromenade gegangen. Da wir ein super Zimmer mit einer Kaffeemaschine hatten, machten wir es uns zum Frühstück auf dem Zimmer gemütlich. Um 10.30 Uhr verließen wir das Hotel und fuhren in Richtung Paw Paw. Dort besichtigten wir die Womer-Winzerei. Diese Winzerei ist ein Familienbetrieb, der seit 1938 besteht. Rast machte der ganze Bus in Kalamazoo in einem „Original Country Buffet“ um 12.45 Uhr.
Ca. um 14.00 Uhr fuhren wir zum „Kalamazoo Aviation History Museum“ (Flugzeugmuseum der U.S. NAVY). Wir kamen dort so gegen 14.30 Uhr an. Die Führung verlief in drei Gruppen. Wir sahen die ersten Lehrflugzeuge der Navy und weitere Kriegsflugzeuge und Ausrüstungen. Um 16.00 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Hotel in Battle Creek. Es waren alle gespannt was uns dort erwartete. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir im „Hampton Inn“ an; es sind die Zimmer verlegt worden und keine 5 Minuten später waren die ersten von uns im Swimming- bzw. Whirl-Pool. Es war herrlich!

So gegen 18.30 Uhr trafen wir uns in der Hotellobby um zu besprechen, was man am Abend unternehmen kann. Da das Wetter nicht ganz mitspielte, wie wir es wollten (es regnete), blieben viele im Hotel. Die anderen gingen zum Einkaufen oder in die nahegelegene Pizzeria. Zum Abschluß des Tages setzten wir uns noch gemütlich zusammen. Einige genossen noch bis tief in die Nacht den Swimmingpool bzw. Whirlpool. Wieder war ein Tag zu Ende gegangen, und wir sind gespannt was uns am nächsten Tag erwarten wird.
Heute morgen fuhren wir um 8.45 Uhr am Hotel ab, um mit einer Stadtführung vom Bus aus Battle Creek mit seinen vielen Kellogg´s-Gebäuden zu besichtigen. Die Führung war so interessant, dass ca. ¾ der Musiker von den Sehenswürdigkeiten träumten. Danach haben wir einen rasenmäherfreundlichen Friedhof ohne Grabsteine besichtigt. Nach einem gutem Mittagessen fuhren wir um 12.45 Uhr in Richtung Fort Wayne weiter. Bei einer kleinen Pause an einer Autobahnraststätte kam Thomas Botschek auf die Idee, dass wir uns als „MVK“ auf den Rasen legen können. Schließlich trafen wir um 14.45 Uhr in Fort Wayne ein. Da wir noch zeitig dran waren, verbrachten wir die restlichen 2 Stunden in einem Park, wo dann das große Footballspiel zwischen den weltweit bekannten Mannschaften von Erwin Hertle und Thomas Botschek stattfand.
Statt einem Football wurde dann natürlich eine Cola-Flasche (aus Plastik!) verwendet. Ebe erklärte uns das Footballspiel: „En dr Abwehr, do wo i on dr Erwin sen, do sen normal dia große, fette Neger, ond do worna em Sturm sen dia gloine, dünne Neger dia emmr Linie nauf ond nondr flitzat.“ Als wir dann um 18.00 Uhr zum Clubheim kamen, wurden wir bereits von unseren Gastfamilien erwartet, zu denen wir dann nach einem kleinen Auftritt gingen.
Diese Nacht hatten wir das erste Mal bei Gastfamilien verbracht und so durften wir endlich mal richtig ausschlafen. Nach dem Frühstück bzw. Mittagessen fuhren wir mit unserer Gastfamilie zum Lake Gage, der 1 Stunde vom Haus entfernt ist. Als wir ankamen, waren die meisten schon da und natürlich auch schon voll in „Action“, denn wir durften an diesem Tag alles fahren bzw. mitfahren, was wir nur wollten und so sah man die eine auf einem Jetski sitzen, während ein anderer sich gerade in einem Reifen mit einem Boot übers Wasser schleudern ließ, während wieder andere sich mit dem Motorboot vor der Wasserpolizei in Acht nehmen mussten, um nicht ein weiteres Mal wgen erhöhter Geschwindigkeit angehalten zu werden. Die meisten aber badeten ganz einfach im See oder amüsierten sich über ein 4-Mann Tretboot, das leider am Untergehen war, wenn 4 Mann damit den See erobern wollten.
Um halb fünf spielten wir unseren Gasteltern ein kleines Konzert auf dem Rasen, bei dem wir unsere Badeanzüge einfach anbehielten und nur ein T-Shirt darüberzogen. Nach dem Auftritt, der nur eine ¾ Stunde dauerte, verteilten wir uns alle auf verschiedene Boote, die bis zu 18 Mann unterbrachten, und fuhren eine Runde um den See herum. Dabei hatten die Spitzbuben ein eigenes Boot zusammen mit ihren Instrumenten besetzt und sorgten so für Unterhaltung. Das war eines der schönsten Erlebnisse, als die Leute aus ihren Ferienhäusern herauskamen und klatschten und winkten. Als wir nach 1 Stunde von der Tour zurückkamen, spielten uns die Spitzbuben zwar noch eine Zugabe, aber auf die Aufforderung: „Ausziehn, ausziehn!!!“ wollten sie dann nicht eingehen und so war die Show beendet, bevor die überhaupt richtig angefangen hatte. Nach der Bootsfahrt war das Fest offiziell zu Ende und wir fuhren wieder mit dem Auto zurück „nach Hause“. Nach einem lustigen Abend mit unserer Gastfamilie gingen wir glücklich und zufrieden ins Bett.
Nachdem wir ausgiebig mit unserer Gastfamilie gefrühstückt hatten, besuchten wir eine kath. Kirche, die wir mit Aufmerksamkeit verfolgten (nur ein Scherz das mit der Aufmerksamkeit!). Währenddessen waren die anderen im Kino, beim Baseball-Spiel oder durften die ganze Verwandtschaft kennenlernen. Danach besuchten wir den größten Shopping-Center in Fort Wayne, wo wir zufällig die Hälfte der Jugendkapelle trafen.
Gegen 15 Uhr trafen wir uns alle auf der Pool-Party von Monikas, Joachims und Bernds Gasteltern, wo wir alle mit unseren Gasteltern eingeladen waren. Dort gab es alles zu Essen was man wollte. Während sich die einen noch im Pool amüsierten, zog sich Hartmut A.[3] im Gartenhäuschen um, ohne abzuschließen. Deshalb musste Nadine Strobel auch ganz plötzlich ebenfalls in das Gartenhäuschen, um an der Stereoanlage eine Kassette einzulegen. Als sie dafür etwas länger brauchte als normal, wurde es Hartmut A. schon etwas ungemütlich. Da kamen auch schon 3 Unbekannte (Namen lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor) unter Anleitung von Marco Diemer herein, packten ihn und warfen ihn mit seinem Handtuch, das nicht einmal ganz um seinen Bauch ging, ins Wasser. Nun stand er da, an den Poolrand gelehnt, mit knallrotem Kopf und konnte mit dem bisschen Handtuch gerade noch das wohl WICHTIGSTE verbergen. Nachdem wir und alle köstlich amüsiert hatten, erbarmte sich einer und gab ihm eine zweites Handtuch sodass er endlich den Pool verlassen konnte. Kaum war er angezogen prahlte er auch schon wieder über sein Erlebnis.
Am Abend wurde der Pool abgedeckt, der Kommentar von Ehrenfried dazu war: „Damit ds'Wassr net naß wird, wenn's regnet.“ Der restliche Abend wurde schließlich von den Gasteltern gestaltet, z.B. Go-Kart fahren, Videoabend, Grillen usw.
Nachdem wir um 5.30 Uhr aufgestanden waren und gefrühstückt hatten, fuhren wir zum Sportclub, an dem wir uns um 7.00 Uhr trafen. Als der letzte gekommen war (7.15 Uhr) verabschiedeten wir uns von den Gastfamilien. Um 7.30 Uhr fuhren wir dann los in Richtung Chicago zum Al Bundy - Brunnen, den wir dann um 10.45 Uhr erreichten. Dort machten wir unter der Leitung von Otto (!!!) Gruppenbilder. Als wir um 11.00 Uhr endlich fertig waren, fuhren wir weiter zum Schwaben - Club, um die Instrumente zu verladen. Danach fuhren wir zum Flughafen, wo wir dann um 13.15 Uhr ankamen. Nun hatten wir bis 15.45 Uhr Freizeit, die wir mit Essen und Bummeln verbrachten. Um 16.15 Uhr starteten wir dann in Richtung Zürich. Im Flugzeug lernten wir von Sonja eine neue Methode, sich um das Essen zu drücken, wenn es einem nicht schmeckt. Sie machte es auch selbst vor: Nach dem ersten Bissen schlief sie ein!
Um 23.15 Uhr wurden die Uhren um 7 Stunden vorgestellt, also war es dann 6.15 Uhr. Die Außentemperatur betrug -51°C in 11500 Metern Höhe, und die Geschwindigkeit betrug 950 km/h. Während dem Flug rannten Wendelin, Uli und Nadine einmal (unabsichtlich!) in das Stewardessenschlafzimmer, da sie es mit dem WC verwechselten. Um 7.05 Uhr kamen wir in Zürich an und um 9.45 Uhr trafen wir uns wieder zum Weiterflug nach München.
Nachdem wir den Züricher Flughafen um 7.00 Uhr erreicht hatten, konnte jeder noch den 2½ stündigen Aufenthalt nutzen, um nach einem Mitbringsel für die Daheimgebliebenen zu suchen. Während die Einen fleißig Geschenke kauften, erholten sich die Anderen vom langen Flug („Can I have a stop, please?!“). Um 9.45 Uhr am Schalter A85 wurde dann zum letzten Mal eingecheckt. Auf die Durchsage: „Small children first“, antwortete Ebe: „Small childrens hab i, abr net drbei, ... leider!“. Um 10.30 Uhr konnten wir die Schweizer Metropole schon aus der Vogelperspektive betrachten. Im Flugzeug fragten wir Ehrenfried ob er ein Foto von seiner Familie dabei habe. Er verneinte und wir fragten entrüstet: „Waas, du hast kein Foto von deiner Familie dabei?“. Darauf er ganz cool: „Ha, i woiß doch ogfähr wia se aussehet!“. Dann fing Ehrenfried auch noch an zu dichten: „Alle Kinder haben Haare, nur der Thorsten, der hat Borsten. ... Thorsten spielt gerne Trompete, warum lernt er es dann nicht?“. Bereits gegen 11.00 Uhr hatten wir wieder Münchner Boden unter unseren Füßen aber bis die Koffer dann endlich auf dem Laufband eintrudelten, vermutete Ehrenfried, dass unser Gepäck in Honolulu sei. Nachdem das Gepäck und die Container verladen waren, gaben Herr Oßwald und Jörg Fischer Gas und um 14.30 Uhr schnupperten wir dann wieder „unsere“ Kirchheimer Heimatluft. Das Begrüßungskomitee stand auch schon bereit, und nach der ganzen Kofferschlepperei und dem Auspacken der Container konnte man bei Würstchen, Spezi oder einem kühlen Bier eine Verschnaufpause machen. Um 19.00 Uhr traf sich die ganze Mannschaft zum Essen in Dirgenheim im Gasthaus zum Kreuz. Den Begleitpersonen wurde zum Dank kleine Geschenke überreicht. Anschließend saßen alle zusammen und die Reise nahm einen gemütlichen Ausklang. Es war eine wunderschöne Reise und ich glaube, ich spreche im Namen von allen, dass wir allen danken die uns dieses unvergeßliches Erlebnis ermöglicht haben.




Kommentare
Bekanntschaften aus dem Schwaben Center...
August 1997, Chicago, IL
Kann sich noch jemand daran erinnern?
2 x Tobi, Carsten, Melissa, Kristen und ?